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Wirtschaft
Schöne Landschaft und sonst nichts inmitten Deutschlands größtem Autobahnring? Weit gefehlt, wer so etwas denkt, weiß nur wenig über die starke Wirtschaftskraft des Landkreises Holzminden.
In allen Mitgliedsgemeinden sind etliche branchenbekannte innovative Betriebe zu finden. Hidden Champions nennt man in der Wirtschaftssprache mittelständische Unternehmen, die in Nischenmärkten europa- oder sogar weltweit führend, aber in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Der Landkreis Holzminden hat davon eine sehr große Anzahl.
Schon in der Kreisstadt selbst sind neben dem DAX-Unternehmen Symrise und dem innovativen Wärmepumpenhersteller Stiebel Eltron noch einige andere weltweit agierende Industriebetriebe wie der Automatisierungsspezialist Otto Künnecke oder die Glasproduzenten OI sowie Müller & Müller beheimatet.
Glas spielt auch im Südkreis eine besondere Rolle. Mit dem Gebrauchsglashersteller Noelle & von Campe in Boffzen und dem Flachglasspezialisten Interpane in Lauenförde sind auch dort zwei Spezialisten aus der Glasproduktion ansässig. In dem im südlichsten Zipfel des Landkreises liegenden Flecken wird außerdem die weltweit größte Angebotspalette an zertifizierten Bauhaus-Möbeln hergestellt.
In einem kleinen Tal auf der Ottensteiner Hochebene versteckt liegt wiederum der Firmensitz des Frischkäseproduzenten Petri-Feinkost, dessen Produkte in nahezu jedem bundesdeutschen Supermarktregal zu finden sind. In Hehlen und Bodenwerder haben darüber hinaus auch der branchenbekannte Ledergerber und -veredler Heller Leder sowie der Gipsfaser- und Deckenplattenproduzent Saint Gobain Rigips ihren zentralen Standort.
Gips spielt auch in Stadtoldendorf eine wesentliche Rolle. In der zweitgrößten Stadt des Landkreises Holzminden gibt es gleich zwei Unternehmen, die Gips in großem Stil abbauen bzw. bei der Herstellung von entsprechenden Produkten bundesweit eine wichtige Rolle spielen: Die VG-Orth und die Knauf Gips KG.
Auch im Hils ist Glas der markante Werkstoff. Schon 1749 wurde der Ort Grünenplan als Folge der merkantilistischen Braunschweiger'schen Wirtschaftspolitik mitten im Wald gleich neben der schon fünf Jahre früher etablierten Spiegelglashütte gegründet. Damit ist Grünenplan der älteste niedersächsische Industriestandort, was die Glasproduktion angeht. Heute fertigt hier die Schott AG Glas in Nanobereichsstärke, was unter anderem für Smartphone-Linsen gebraucht wird.
Die Liste ließe sich noch um einige Betriebe erweitern, zeigt aber auch schon so, wie stark und vielfältig im Landkreis Holzminden das produzierende Gewerbe unterwegs ist.